6. Lauf zur DGM des AC Helfenstein am 18.09.05 in Drackenstein


Wiederholungen gefallen nicht, so sagt man. Aber die sich wiederholende Meldung von neuen Starterrekorden kann gar nicht so ungefällig sein. Zum sechsten Mal kann ein DGM-Veranstalter in diesem Jahr einen Starterrekord vermelden. 107 Offroader kamen an den Drackensteiner Hang ins Schotterwerk Staudenmeier und füllten das Fahrerlager bis zum bersten. Einige mussten sogar mit dem schmalen Parkstreifen an der Zufahrtstrasse vorlieb nehmen. Die Helfensteiner hatten aufgrund des tagelangen Regens Klarsichthüllen und abgedeckte Schreibbretter zum Schutz der Bordkarten vorbereitet. Doch die miese Wettervorhersage bewahrheitete sich nicht, der Dauerregen hörte am Samstag morgen gegen sechs Uhr auf, und es wurde ein strahlend schöner Herbsttag. Der Boden jedoch war vollgesogen, und so verwandelte sich mancher harmlose Hügel in eine schmierige Schlitterpartie. Vor allem dem Junior- und FunCup wurden so die ohnehin anspruchsvollen Sektionen schwerer gemacht. Sieben Junioren und 26 FunCupler hatten sich eingefunden, darunter auch ein selten zu sehender Opel Monterrey und zwei Lada Niva. Insgesamt gab es Fahrzeuge acht verschiedener Marken zu bewundern.

Beim Nachwuchs hat sich der JuniorCup nun auch etabliert, und stolze sieben Youngster fuhren um den Tagessieg. Der ging an Minimalist Christof Schumann, der von drei Starts zwei gewann, jedes Mal fehlerfrei. Franziska Tinschert folgte ihm dicht auf mit nur 1,98 Strafpunkten. Dafür behauptet sie souverän die Tabellenführung sowohl im JuniorCup, als auch im Suzuki JuniorCup.

Drei Suzuki Jimny gingen im FunCup an den Start, mit dem besten Ende für Stephan Färber. Er lenkte den flotten Kleinwagen mühelos auf Platz 10. Jürgen Egner schaffte mit seinem Land Rover Defender 90 wieder den Sprung in die Top 10 auf Platz 9. Große, schwere Allradler haben es in Drackenstein vom Gelände her meist schwerer, als ein kleiner, wendiger, leichter Suzuki. So siegte auch ein SJ 413, aber nicht etwa der von Tabellenführer Carsten Walther, sonder der von Reinhold Strecker. Wie war das mit dem Apfel und dem Stamm? Reinhold ist der Vater von DGM-Fahrer Andreas Strecker, der in Drackenstein nicht starten durfte, da er Mitglied des Veranstaltervereines ist. Punktgleich, nämlich fehlerfrei, blieb Andreas Köller, der sonst auf Mercedes G unterwegs ist, sich hier aber mit Carsten Walther den Suzuki teilte. Einen Sieg konnte er seit letztem Jahr nicht mehr feiern, vielleicht ein Anreiz, auf ein kleineres Auto umzusteigen?

Die Starter in den DGM-Klassen erwarteten anspruchsvolle Sektionen in wechselnden Geländearten. Vom Schotterhang bis hin zum Waldboden war fast alles dabei. Nennenswerte Ausfälle gab es nicht. So langsam fangen die Tabellenleader an, vom Titelgewinn zu träumen. Dafür gibt es aber noch eine Menge zu tun, denn schließlich kommen nur die sechs besten Ergebnisse in die Endwertung.

Eine gute Voraussetzung dafür ist ein oder besser mehrere Tagessiege. In dieser Beziehung legt das Duo Bernhard Stracke und Stephan Postel mit ihrem Toyota FJ 40 die Meßlatte sehr hoch. Ihr sportlicher Ehrgeiz, der sie Anfang des Jahres zum Wechsel aus der Standard in die Klasse Original bewegte, brachte ihnen schon zwei Siege und etliche Podiumsplätze ein. Nun siegte Stephan vor Kollege Bernhard. Den deutlichen Sieg holte er sich, da er als einziger der Klasse Original Fahrer das Richtverfahren 2 mit 0 Punkten absolvierte. Von den anderen kam keiner über das 200er Schild hinaus. Dabei werden viele das RV 2 zu früh gefahren sein, denn der Hang wurde besser, je länger die Sonne schien und den Boden trocknete. Ein ähnliches Phänomen gab es in der Sektion 8, die gegenüber lag. Auch hier erwies es sich als klug, so spät wie möglich zu fahren, da der Boden mehr und mehr Grip aufbaute. Das Podium in der Original komplettierte eine der drei Damen, und zwar die, die keinen Mercedes G fährt: Maria Schumann.

28 Fahrer war das Feld der Klasse Standard stark. Hier ließen die kleinen Suzuki ihre Stärken spielen, und erst auf Platz neun konnte sich Thomas Nest mit seinem Jeep CJ 5 einnisten. Eine Tagesstarterin, Nadine Selck, verpasste sogar nur knapp das Podium. Nur 0,2 Strafpunkte fehlten zum dritten Platz, den sich Horst Tinschert sicherte. Anton Baumann und sein Suzuki Jimny hatten dafür deutlich den zweiten Platz inne, doch mit nur vier Rückwärts und zweimal Torstange berühren war Andreas Riethmüller der Sieg nicht streitig zu machen.

Jürgen Wagner scheint sich nun auf die Modified festlegen zu wollen. Nach seinem Klasse-wechsel-ich blieb er in Drackenstein in der verbesserten Klasse. Vielleicht möchte er doch noch ein Ticket zum nächsten Eurotrial in Finnland lösen? Auch wenn der Weg weit ist, es ist doch aber DIE Veranstaltung des Jahres. Jürgen und sein LJ 80 landeten jedoch außerhalb der Pokalränge auf Platz 6. Ein Abbruch in der Sektion 9 und 200 Punkte beim RV 2 ließen nicht mehr zu. Gerade in der Sektion 12, dem Schotterhang nach Richtverfahren 2, schieden sich die Geister. Gegen Thomas Kunz mit seinem Daihatsu F 10 mit Cosworth-Motor war hier kein Kraut gewachsen. Mit den Vorderrädern kratzte er schon an der oberen Kante, aber der lose Kies brachte keinen Zentimeter Vortrieb mehr. Trotz der guten Leistung hier langte es nur für Platz fünf, aber die Night Hunters verbuchten insgesamt ein gutes Ergebnis. Sie belegten nämlich vier der ersten fünf Plätze. Hätten sie eine Mannschaft genannt, wären sie haushoch auch noch Mannschaftssieger geworden. Nur der Erlangener Dieter Rückert sprengte mit Platz drei dazwischen. Gewohnt souverän unterwegs, doch Daniel Ockert behielt um einen Punkt die Nase auf Platz zwei vor ihm. Den Tagessieg sicherte sich Michael Gereke. Der frischgebackene Europameister Klaus Hofmockel wurde unsanft auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Wie schon erwähnt wurde die Sektion 8 von Sonnenstrahl zu Sonnenstrahl griffiger. Da es seine letzte Sektion des Tages war, und gerade nicht viele an der Sektion anstanden, fuhr er sie kurz nach Mittag. Schmierte vor dem ersten Tor ab, zerriss das Band, und beendete mit 350 unnötigen Punkten ziemlich frustriert die Sektion. Der vorletzte Platz war die Quittung.

Norbert Sollner machte seine Drohung von der Euro wahr. Sein Proto „G-rät“ wurde verkauft, und er kaufte Anja Busch den Proto „Junior“ ab, den Holger Busch gebaut hatte. Ein wenig hadert er noch mit dem Einsatz des Lachgases, das ihm im RV 2 sicher noch etwas weiter geholfen hätte als 200 Punkte. Den Tag über sehr gut unterwegs vergab er in der letzen und einzigen Protosektion eine bessere Platzierung. Kurz bergauf, dann eine scharfe Biegung um einen Baum herum sollte nicht fertig zu bringen sein. Immer wieder hing der Käfig am Stamm fest. Eine Chance auf Wiedergutmachung gab es nicht. Bis alle Protos durch die 13 durch waren, war es halb sieben Uhr abends geworden. Da verzichtete man aus Zeitgründen darauf, die Sektion 14 zu fahren. Aber es ging Norbert nicht allein so. Auch Tagesstarter Joachim Gruppner, mit einem Mega-Monster von Jeep, und Timo Krepp scheiterten schon am Einstieg in die 13. Rainer Krepp kam immerhin bis an den nächsten, längeren Hang, aber die Motorleistung war nicht ausreichend, um das Plateau zu erklimmen. Auch Bodo Scheibe musste hier abbrechen. Harald Schumann, der vom Plateau auch wieder herunter kam, setzte seinen „Opelix“ so auf einen Stein auf, das es eine größere Bergeaktion wurde. Erst Auto anheben, dann den Stein mit einer Winde hervorziehen, dann „Opelix“ zur Seite, und mittels Winde herausziehen. Ralf Haag, Fritz Bültemeier und Dirk Lewandowski bewiesen, dass die Sektion fahrbar war, mit ein paar Mängeln. Sebastian Bültemeier und Bruno Huber blieben schon fast fehlerfrei, nur das Berühren einer Absperrstange, bzw. ein Absperrband unterfahren, kosteten Strafpunkte. Absolut fehlerfrei blieb Thomas Watzke. Und in der Reihenfolge wurden auch die Podestplätze von drei bis eins vergeben: Sebastian Bültemeier, Bruno Huber und Thomas Watzke. Damit übernimmt Tom auch die Tabellenspitze, aber in der Prototypenklasse ist noch alles offen.

Bei den Mannschaften entwickelt sich ein spannender Kampf um die Krone. In Drackenstein siegten überlegen die Kurpfälzer vor dem SCC Bramsche. Die Allradfreunde Heidelsheim und der Mercedes-G-Club landeten nur auf Platz drei und vier. Mal sehen, wer am kommenden Doppellauf den längeren Atem hat.