4. Lauf zur DGM in Wil/Schweiz am 30.08.03

Trübes, regnerisches Wetter begrüßte die deutschen Teilnehmer des Gemeinschaftslaufes zur DGM und zur Schweizer Meisterschaft in Wil. Der AC Rafzerfeld hatte geladen und 136 Starter folgten.
Bemerkenswert, das sogar DGM Starter aus dem hohen Norden in die Schweiz gereist waren: die weiteste Anreise mit fast 700km nahmen Horst Tinschert und Sebastian Bültemeier auf sich. Für letztgenannten war es jedoch mehr Lehrgeld: in der ersten Sektion fuhr er den Proto dienstunfähig, so dass aus dem Doppelstart mit Vater Fritz Bültemeier nichts wurde. Flugs wurde wenigstens die Teilnahme Bültemeier senior’s gesichert, denn es hatte sich Vereinskollege Holger Busch mit seinem Proto „Junior“ bereiterklärt, mit Fritz einen Doppelstart zu fahren.
Der Zeitplan geriet durch die Flut an Teilnehmern ins Wanken. Die Streckenposten taten was sie konnten, doch erst eine halbe Stunde später als geplant wurden in der Kiesgrube Toggenburger die Sektionen unter die Räder genommen. Diese 30 Minuten sollten sich bei den Prototypen am Ende bitter rächen: Die letzte Protosektion musste wegen vehement einsetzender Dunkelheit abgebrochen und aus der Wertung genommen werden. Für Fritz Bandi, einer der wenigen die durchgekommen waren, machte sich die Nicht-Wertung negativ bemerkbar. Des einen Leid, des anderen Freud, profitierte davon zum Beispiel Peter Hess, amtierender Europameister, der für die Schweizer Wertung startete. Die Zuschauer wurden Zeuge eines wirklich seltenen Schauspiels, als Hess seinen Proto „Pigacy“ in dieser Sektion auf die Seite legte.
Umfaller waren in der Schweiz kein seltenes Bild. Die Bergefahrzeuge hatten reichlich zu tun - tatkräftig unterstütz von Zuschauern - was dem Zeitplan zusätzlich noch weiter aus dem Ruder laufen ließ. Außer Beulen im Blech und ein paar in Mitleidenschaft gezogenen Bäumchen, gab es jedoch keine Schäden zu beklagen. Die Trialsektionen waren so gesteckt, dass die Fahrer um Strafpunkte kaum herum kamen. Wenig Sektionen, in denen nicht rangiert werden musste und so gingen die Top-Plätze an die Fahrer, die sich darüber hinaus keine weiteren Fehler erlaubten.
Ihr erster Start im Fun Cup sollte für Petra Hordt zu einem denkwürdigen Erlebnis werden. Die üblichen Verdächtigen Santos, Förster und Schodruch machten die Plätze 5 bis 3 unter sich aus. Punktgleich mit Matthias Schaar setzte sich Petra gegen die Konkurrenz durch und holte sich den (geteilten) Tagessieg.
Auch in der Klasse Original dominierte eine Dame. Sie erlaubte nicht mehr Strafpunkte als gerade nötig und setzte sich an die Spitze der Wertung. Deniz Serhat und Johannes Ehmanns blieb mit Platz zwei, bzw. drei, nur das Nachsehen. Mit dem Tagessieg schiebt sich Bettina Wagner nun auch in der Rangliste an die erste Position.
Heinz Bertsch war schon vor dem vierten Lauf in Wil das Maß der Dinge in der Klasse Standard. Schlechter als Platz zwei wurde er noch nicht notiert. Auch in der Schweiz nahm er die diese Position ein, nachdem Andreas Strecker es schaffte, mit einem Fehlerpunkt weniger den Tagessieg zu erringen. Auch Veysi Serhat, der sich den dritten Platz holte, kommt mit seiner Suzuki SJ 413 immer besser in Fahrt. Er verdrängt mit dem Ergebnis in der Rangliste Klaus Hofmockel auf Rang drei, der in einer Sektion stecken blieb und chancenlos nur auf Platz 9 gewertet wurde. An der Spitze der Wertung rangiert unangetastet Heinz Bertsch, vor Serhat, Hofmockel, und dem auf Rang vier vorgefahrenen Andreas Strecker.
Bei einem Blick auf die Rangliste der Modified Fahrer kristallisiert sich heraus, das es sich dieses Jahr nicht auszahlt, einen oder gar mehrere Läufe auszulassen. Trotz Streichergebnis ist an den Punktabständen zu prophezeien, das der Meister unter denen zu finden sein wird, die an allen Läufen teilgenommen haben. Derzeit sind das sage und schreibe nur fünf Fahrer. Und hier zeigt sich ganz deutlich, wie sich Kontinuität auszahlen kann. Zum Beispiel für Jürgen Wagner, der nach einem unnötigen Rückwärts rangieren meinte, das der Tag gelaufen sei: „Kannste vergessen, lass uns einpacken“ waren die Worte. Gut, das er nicht aufgegeben hat, sonst hätte er den Pokal für den Tagessieg auch nicht einpacken können. Obwohl, vielleicht hätte die ebenfalls erfolgreiche Ehegattin Bettina nichts einzuwenden gehabt, einen Pokal weniger zum putzen zu haben? Zurück zum Tagesgeschehen: Platz zwei teilten sich punktgleich Thorsten Rötzel und Michael Gereke. Für den amtierenden Meister Dieter Rückert blieb nur der fünfte Platz, nachdem er einige Fehler machte, die er sich hinterher kaum erklären konnte. Damit dürfte von einer Titelverteidigung nur noch zu träumen sein. Er und Gereke haben erst zwei Läufe bestritten und landen in der Rangliste damit nur auf den Positionen 8, bzw. 7.
In Wil waren insgesamt 13 Prototypen am Start, sieben davon kamen aus der DGM. Das ist Rekord für die laufende Saison. Neu in der Klasse sind Michael Bausch mit Beifahrer Roberto Propoli. Beide sind Starter aus der Modified-Klasse und treten nun mit einem Proto auf der Basis eines Mercedes G und der Optik einer Suzuki LJ 80 an, der auf den Namen „Geliot“ getauft wurde. Und der Einstand war nicht ohne, auf Anhieb sprang der vierte Platz heraus. Ebenfalls seinen Einstand gab Harald Schumann, der seinen Suzuki „Opelix“ aufgerüstet hat und nun in der Königsklasse antritt. Die neue Klasse stellte sich jedoch als nicht so ganz einfach heraus, und so erfuhr sich „Opelix“ Platz sechs. Norbert Sollner langte es diesmal nur zum fünften Platz. In einer Sektion gelang ihm das Kunststück, seinen Proto, der sich stark am Hang anlehnte und nur noch auf zwei Rädern stand, wieder aufzurichten. Allerdings währte die Freude nicht lang, den ein paar Meter weiter legte sich das „G-rät“ wieder auf die Seite, diesmal jedoch so in die Waagerechte, dass ein Aufrichten aus eigenen Kraft nicht mehr zu bewerkstelligen war. Den Tagessieg holte sich überlegen Reiner Krepp im erst zweiten Lauf auf seinem neuen Proto vor Holger Busch und Fritz Bültemeier.
Ein Blick noch auf die Mannschaftswertung. Diese ging überlegen an den Offroad Club Baden-Württemberg. Mit einem Traumergebnis von 83 Punkten verwiesen sie den G-Club I und Mainz I auf die Plätze. Dieses Tagesergebnis deckt sich auch mit der aktuellen Jahresrangliste.